W. Robert I

Vortag

Morgen darf man wieder wählen,
jene die die Stimmen zählen,
die uns die Geschicke lenken,
und das Geld den Banken schenken

Die uns die Geschichte schreiben.
die uns in den Wahnsinn treiben.
die uns, wenn wir zu laut lachen,
mit Agenten überwachen

Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Wählertag!
An die Urnen, Zeitgenossen!
(Schafe wählen unverdrossen)

von W. Robert – das Gedicht erschien am 21.9.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

Kybernetischer Zyklus

Mancher Bürger fragt sich schon
woher kommt die Inflation?
Das ist einfach zu erklären
man muss einfach Geld vermehren

Kybernetisch kontrolliert
läuft der Laden wie geschmiert
auch Betrug läuft allemal
systematisch rational

Und des Bankers hohes Ziel
bleibt nun mal das Kettenspiel
ja, da lässt es sich leicht grinsen
gut versorgt durch all die Zinsen

Fährt die Währung an die Wand
gibt es Stress im ganzen Land
doch bald sieht der Bürger ein:
Es wird wohl das Schicksal sein

Dann beginnt die neue Runde
es erschallt die frohe Kunde:
Endlich wieder echtes Geld
in der schönen neuen Welt…

von W. Robert – das Gedicht erschien am 3.9.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

Wie oben so unten

Mitten in der Prachtidylle
saß die holde Frau Sibylle
Der Sternenhimmel wunderbar
das Wasser kühl und schimmernd klar

Sie starrte auf den großen Bären
begann, ein Sandwich zu verzehren
Ach, diese tiefe Leidenschaft,
die immer wieder Leiden schafft!

Ein echter Bär kam nun vorbei
und fraß die Dame, einerlei
Der Abschied fiel ihr nicht so schwer
Kummer hat sie keinen mehr…

von W. Robert – das Gedicht erschien am 16.8.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

Hurra!

Ein neuer König ward geboren
von einer Jungfer auserkoren
all die Macht
und die Pracht
eigentlich recht unverfroren

Als der große Weltgestalter
rult des Herrn Provinzverwalter
welche ein Jubel
welch ein Trubel
Ganz so wie im Mittelalter

Tiere die sind nun mal gleich
in dem frommen Riesenreich
Nur den König
schert das wenig
der ist eben übergleich

Und so schwebt die Monarchie
über der Demokratie
und Dekadenz
für Prominenz
als neue Aristokratie

von W. Robert – das Gedicht erschien am 25.7.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

Pan Dao

Also sprach Konfusius:
Zeit ist schon ne harte Nuss
wissenschaftlich kaum bewiesen
kann sie doch den Tag vermiesen

Zeit, die legt sich mit der Zeit
achte die Vergangenheit
denn sie wird die Fehler zeigen
und die lassen sich vermeiden

Wahrheit wird, genau betrachtet
oft als subjektiv erachtet
Kommt der Buddha mit dem Licht
beachte ihn der Weise nicht

Stets bedingt die Helligkeit
auch die finstere Dunkelheit
finde nur das rechte Maß
und schon macht das Leben Spaß

Diogenes in der Tonne
hasst nun mal die grelle Sonne
auch den Schatten mag er nicht
ist schon schlau der alte Wicht

Stets irrt der duale Geist
irritiert durch Worte meist
sieht er nicht das große Feld
hinter dieser bunten Welt

Klar gezeichnet ist der Weg,
meidet man den schmalen Steg,
wird sich schon ein Sinn ergeben,
müßig ist’s, nach ihm zu streben.

von W. Robert – das Gedicht erschien am 18.7.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

Hohlspiegel

Gartenzwerg am Tellerrand
die Weite ist dir unbekannt

von W. Robert – das Gedicht erschien am 18.7.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

Kurzgedicht

Fällt dem Dichter wenig ein
müssen es Zweizeiler sein
weiß er jedoch etwas mehr
müssen oft vier Zeilen her

Fünf sind es beim Limerik
Sechs sind selten, welch ein Glück!
Sitzt er lange in der Nacht
sind es schon der Zeilen acht

Leicht ist dieses zu verstehen:
Neun plus Eins macht eben Zehn
Beim Gedicht mit Zwölf an Zeilen
lohnt es sich schon zu verweilen

Problematisch wird es dann,
wenn der Dichter zu viel kann
endlos winden sich die Texte
die ein böser Geist verhexte

So wird manches Dokument
bald zum Folterinstrument
für die armen Gymnasiasten
die den Mist schon immer hassten

Immer weiter schreibt der Dichter
länger werden die Gesichter
gähnend räkelt sich der Reim
Leser schlafen müde ein

Schriebe er doch nur vier Zeilen
statt die Welt zu langeweilen
Kurz und knackig muss es sein
Und schon haut die Message rein!

von W. Robert – das Gedicht erschien am 12.7.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

Das Toupet

Sich im Versmaß zu verheddern,
dann auch noch den Reim verhauen,
welch ein Frevel welch ein Grauen!
Sollte man es gleich verschreddern?

Auch der Rhythmus klappt nur selten,
mühsam ächzen die Klischee,s
und verrutschen die Toupets,
in den alten Lyrikwelten…

So geht’s oft bei den Sonetten:
die Struktur macht große Sorgen,
ständig soll sich alles reimen…

Wer soll da die Message retten?
Auch der Sinn der bleibt verborgen,
deshalb interessiert’s oft keinen.

von W. Robert – das Gedicht erschien am 4.7.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

Integriert

Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
wer will da noch die Kunst gestalten?
Man hat alles schon gesagt,
alle Themen abgehakt.

Die Welt ist eben, wie sie ist,
das erkennt der Realist,
kümmert sich ums Konsumieren,
andere sollen produzieren,

und sich schnell den Mund verbrennen,
alle die Klischees benennen,
so als kleines Alibi,
für die große Lethargie.

Vater Staat wird alles richten
für die auserwählten Schichten,
der Protest ist integriert,
Pech gehabt und angeschmiert.

von W. Robert – das Gedicht erschien am 29.6.2013 im Lyrik-Forum von SPON.

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3 Gedanken zu “W. Robert I”

  1. Nicht alles, was sich reimt, wird zum Gedicht, nicht ?

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