Mollero

Hart aber herzlich

Ja, Unverständnis herrscht bei mir,
ich will’s gar nicht verhehlen,
für Pseudoseelenherzgeschmier‘,
es wird mir auch nie fehlen.

Notgeformt und inhaltsfern
bereitet’s mir stets Qual,
deshalb bleib‘ ich nur zu gern
in meines Standes Saal.

Oh, Jünger dieser Dichtkultur,
ich werde euch verzeihen,
wenn ihr auch meint, IHR hättet nur
die allerhöchsten Weihen.

von Mollero – das Gedicht erschien am 29.8.2008 im Lyrik-Forum von SPON.

Am Anfang war…

Sollte Gott für Literatur empfänglich sein, hat er inzwischen bestimmt Magengeschwüre. Niemand, auch nicht der Weltenlenker, hält es Jahrtausende lang, ohne gesundheitlich Schaden zu nehmen, aus, sich Millionen Rückversicherungen, etikettiert als Literatur, anhören zu müssen. Sicherlich sehnt er sich in jene Phasen seines Schaffens zurück, als Bestechungsversuche, als Folge von Irrationalität, noch nicht auf der universellen Agenda standen, stehen konnten. Damals hatte er in Ruhe vor sich hin arbeiten können und war nicht mit bizarren Erwartungshaltungen konfrontiert worden.

von Mollero – der Text erschien am 12.9.2008 im Lyrik-Forum von SPON.

Die Kunst des Leidens

Der E-Poet lehnt Witz und Scherz
stirnfaltig ab, der Seelenschmerz
allein ist’s, der ihn nur beglückt,
den er auf eine Art ausdrückt,
als sei es noch nicht lange her,
dass er verzweifelt pubertär,
bei Räucherstab und Kerzenschein,
der Welt gesagt: Du bist gemein!

von Mollero – der Text erschien am 16.12.2008 im Lyrik-Forum von SPON.

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