Mixolydian

Gedicht

zwischen den dielen leuchtet der staub
im papierlicht des morgens
kein wort lässt die stille splittern
und dieses jähe zittern
das die wölfe aus unseren nächten trieb
entzündet nun was eingedunkelt
hinter den schläfen
einging in die zeit

und im befremden sieht dich
ein neues Auge
und im Verkennen trifft dich
ein neuer blick

der die gebete fortschließt
in räume ohne ort und
alle losen enden
einwirkt in das alphabet
reiner gegenwärtigkeit

der dich hin form und farbe
ausschreibt aus den wolken
und deine rätselsprache
im gold des staubes
lesbar macht

von Mixolydian – das Gedicht erschien am 28.10.2006 im Lyrik-Forum von SPON

was sich entlud am gatter
meiner worte,
im schiefen verhau
des sinns und der sinne:
es war der funke,
der fortleben wird,
vom ersten aufblühn deines bildes
bis zum vagen ausfluss seiner ränder
in die falten des erinnerns.

noch häutet er die nacht mit feinen schnitten,
er brennt mir deine farben ein
und verkündet
das wüten zukünftiger brände, doch:

das ist alles auszuhalten

denn auch du wirst ihn fühlen
als riß auf der herzhaut,
als splitter aus licht,
zeichen meiner zunge.

eingetaucht in deine beuge
wird er dir die rede rauben
und irgendwann
dein leben retten

von Mixolydian – das Gedicht ohne Titel erschien am 3.11.2006 im Lyrik-Forum von SPON

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