Malina

Sand

Halte den Sand
In meiner Hand.
Halt ich ihn fest,
Er mich verlässt,
Zwischen den Fingern
Er rinnt,
Den Weg zurück
Er find.
Lass die Hände
Ich offen,
Er sich nicht fühlt
Beengt,
Bleibt er mir
Als Geschenk.
Kann mich erfreuen daran
Bis der Wind
Sein Lied
Hinein singt.

Sandperlen
Schweben fort,
Können erfreuen Menschen
An einem anderen Ort.

von Malina – das Gedicht erschien am 3.5.2005 im Lyrik-Forum von SPON

Die Brücke über den Rhein

Heute bleibe ich steh’n
und es ist anders
als sonst,
auch wenn die Sonne lacht
auf der Brücke
über den Rhein.

Gedenke derer,
Sinti und Roma
die nicht freiwillig gingen
und mussten doch
über die Brücke
über den Rhein.

Ich spüre die Angst
und die Ohnmacht
und die Kinder dabei
als sie gingen
über die Brücke
über den Rhein.

Heut friedliches Haus,
gestern noch Totenhaus
zwischengelagert die Menschen
nachdem sie gingen
über die Brücke
üner den Rhein.

Als sie getrieben wurden
wie das Vieh aus dem Haus
in die Waggons hinein
konnten sie nocheinmal sehen
die Brücke
über den Rhein.

Menschen,
die da getötet wurden und töteten
waren Menschen
wie du und ich
Menschen,
die immer noch gehen
über die Brücke
über den Rhein.

von Malina – das Gedicht erschien am 4.5.2005 im Lyrik-Forum von SPON

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1 Gedanke zu “Malina”

  1. Rüdiger sagte:

    Es gibt etwas in der Lyrik, das wir „tertium comperationis“ nennen. Noch nie gehört ???

    Gefällt mir

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