archelys II

Der Preis

Viele Jahre Spott und Hohn,
etwas mehr als Hungerlohn.
Dann, am Tag der Denkzeitwende
ist des Zweifels Last zu Ende.
Und er weiß in dieser Nacht,
registriert es mit Bedacht,
daß der Zugangsweg zum Geist
nicht mehr Treu und Glauben heißt,
daß verborgene Strukturen
lesbar sind wie Armbanduhren,
daß ein sicheres Gefühl,
statt ein zagendes Kalkül,
uns das Wissen hat beschert.
Das ist noblen Preises wert!

Nun geschah, was meist geschieht,
wenn die Welt was Neues sieht.
Niemand weiß, worum es geht,
was in seiner Zeitung steht.
Doch die Masse schließt sich an,
kommentiert, so gut sie kann,
denkt die vorgedachten Schritte,
bleibt gesichert in der Mitte,
blickt schon auf den nächsten Tag,
was der Neues bringen mag,
gibt auch zu, nicht recht zu wissen,
warum sie die Fahnen hissen,
bittet zwanghaft um Verzeihung;
morgen geht`s zur Preisverleihung.

Hoch am Pult im Rampenlicht,
scheinbar schüchtern, als er spricht:
„Sicher ist, was ich jetzt weiß:
Ich will nicht nur nicht den Preis,
ich will auch nicht Euer Geld,
keinen Reichtum dieser Welt,
ich will gar nichts, wirklich nichts.
Angesichts des Rampenlichts
wage ich dezent zu fragen,
oh`…wie kann ich es nur sagen,
bitte Euch…ich weiß nicht recht,
…der Gedanke scheint mir echt,
wert, daß er erhalten bliebe,
wünsch` mir nichts, als Eure Liebe.“

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 24.1.2009 im Lyrik-Forum von SPON.

Mittel und Wege

Die Teile sind Kette, wenn jedes Glied,
sich selbst als Bedingung des Ganzen sieht.
Sie wirken als Kette für sich allein
und lassen die Kraft das Bewegende sein.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 12.4.2009 im Lyrik-Forum von SPON.

Die Fülle

Es regnet Kiefernblütenstaub,
ich seh` die gelben Teilchen fliegen.
Sie bleiben auf Hainbuchenlaub
als Kiefernfarbpartikel liegen.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 27.4.2009 im Lyrik-Forum von SPON.

Von Rechten und Pflichten

Ein „Recht zur Pflicht“, das gibt es nicht.
Die „Pflicht zum Recht“ ist delikat,
denn wer ein Recht erklärt mit Pflicht,
macht „Pflicht zum Recht“ so zum Diktat.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 8.6.2009 im Lyrik-Forum von SPON.

Total

Wir sind in Totum alle eins
und können das nicht fassen.
So leben wir das „Meins“ und „Deins“
mit Lieben und mit Hassen.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 2ß.10.2009 im Lyrik-Forum von SPON.

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