archelys I

In geistigem Gleichschritt

Die Liebe ist des Daseins Ziel,
sie läßt uns Gott erkennen.
Und doch kann man in diesem Spiel,
ihr Wesen nicht benennen.

Die Liebe ist nicht Emotion,
nicht Lust und nicht Begehren.
Sie ist der reinen Herzen Lohn,
und muß sich nicht vermehren.

Die Liebe ist der letzte Schritt,
für uns auf dieser Erde.
Der Geist geht dabei hilfreich mit,
auf dass ein Anfang werde.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 24.7.2006 im Lyrik-Forum von SPON.

Ein Klagelied

Warum nur handelt Ihr wüst und gemein,
als könnte Euch gar nichts erbarmen?
Ihr solltet doch Zeugen der Liebe sein,
ein Trost für die Kranken und Armen.

Habt Ihr Euer Wissen dem Mammon geweiht,
und unseren Vater verraten?
Ihr scheint ja zu jeder Schandtat bereit,
so wie sie es früher schon taten.

Was könnte Euch retten aus diesem Geflecht,
der Angst, Arroganz und Verblendung?
Ist Euer Bekenntnis zur Quelle noch echt,
oder dient es profaner Verwendung?

Wir haben es in der eigenen Hand,
das Ziel dieses Seins zu begreifen.
Es mangelt gewiss nicht an Verstand,
doch die Seelen müssen noch reifen.

Das Diesseits währt nur einen Augenblick,
und zwar schon seit Menschengedenken.
Und gehen wir dann nach Hause zurück —
soll Hass oder Liebe uns lenken?

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 29.8.2006 im Lyrik-Forum von SPON.

Das Werden

Listige Kämpfe auf teutischem Grund
lassen die Weltmacht erbeben.
Es ist schon Indiz ihrer Dämmerstund`
— das hat es hier gegeben.

Grübelnde Denker bei flackerndem Licht,
suchend das Wahre zu heben.
Schnöde Verdammnis in hasstrüber Sicht,
— das hat es hier gegeben.

Leidende Menschen auf brennendem Holz,
grinsende Fratzen daneben.
Statt Mitleid verächtlich kirchlicher Stolz,
— das hat es hier gegeben.

Gröhlende Massen in stechendem Schritt,
mit schmähender Sicht auf das Leben.
Gelehrte marschieren im Geiste mit,
— das hat es hier gegeben.

Brüder und Schwestern des anderen Stamms,
könnt ihr es je vergeben?
Ihr wurdet gemordet wie Zeugen des Lamms,
— das hat es hier gegeben.

Nun haben wir fast alles erlebt,
was sollte uns hier noch halten?
„Halt“,spricht der Geist,“es wurde gewebt,
jetzt müsst ihr es gestalten“.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 14.9.2006 im Lyrik-Forum von SPON.

Von Tauben und Falken

Ein Falke muss nicht Taube sein,
die Taube auch nicht Falke,
denn beide sind je ein Verein,
wie BVB und Schalke.

Wer besser ist, entscheidet nur
das Tor-um-Tor-Ergebnis.
Die Konkurrenz ist Leben pur,
ein in-der-Welt-Erlebnis.

So, wie man keine Spieler kennt,
die nur das Gute leben,
so ist das, was man Böse nennt,
an alle gleich vergeben.

Die Lösung zeigt sich schon allein,
wenn Spieler beider Seiten,
im höherrangigen Verein,
ein Länderspiel bestreiten.

Der Mensch ist gut–Der Mensch ist schlecht,
das lässt sich so nicht halten,
auch wenn ihr aus Erfahrung sprecht,
ihr Jungen und ihr Alten.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 7.2.2007 im Lyrik-Forum von SPON.

Zwei 007

Freiheit heisst die List der Stunde.
Ist sie erst in aller Munde,
wird sie nicht Verzicht bedeuten,
wie bei wohlbedachten Leuten,
sondern hemmungsloses Raffen,
dass sogar die Räuber gaffen.
Frei zu sein auf diese Weise
sorgt für profitable Preise,
drängt Moral in eine Ecke,
schiebt mit kalkuliertem Zwecke
den Bedeutungshorizont
der globalen Handelsfront
an die Stelle edlen Denkens,
löscht die Spuren dunklen Lenkens,
bringt berechnend durcheinander,
Schlangenbrut und Salamander,
Kriegsgeschrei und Sauren Regen,
Bombenfund an Handelswegen,
Bildungsnotstand, Aktienhandel,
alles braucht den Freiheitswandel.
Wer zu lange überlegt,
wird vom Zeitgeist weggefegt.
Selbst das freiheitliche Denken
sollten sich die Grübler schenken.
Liebe wird am Markt gehandelt
und in Vorteil umgewandelt.
Schon ist alles ganz privat,
Geldgewinn heisst der Primat.
„Wohlstand ist für alle da“
tönt die Propagandera.
Sollen wir das wieder glauben,
wir naiven Braten-Tauben?
Wollen sie nur unser Bestes
während ihres Absahnfestes?
Ja, das fragt der Kleine Mann,
der das nicht begreifen kann,
der die Börse in der Hand hält,
mit dem schwerverdienten Kleingeld,
der von allem nichts versteht
und doch brav zur Arbeit geht.
Was denkt und weiss der Lebemann,
wenn er sich bedienen kann?
„Man weiss das, was man wissen muss“,
sagt Freigang von Democratus.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 14.3.2007 im Lyrik-Forum von SPON.

Vertan

„Welch` unerwartet harte Nuss“,
rief Freigang von Demokratus,
und biss auf einen Stein…
das muss nicht sein.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 25.12.2007 im Lyrik-Forum von SPON.

Endlich

Wir sind das Problem !

Es ist nicht das System,
das nur von uns erdacht
und zum Prinzip gemacht,
worum sich alles rankt,
bis diese Säule wankt,
durch die Last der Ranken…

Mit unseren Gedanken,
bringen wir ins Wanken
jegliches Gebilde…
Was führen wir im Schilde ?
Ist es das Ziel des Denkens,
des rationalen Lenkens,
daß alles untergeht ?

Wer das bis jetzt versteht,
wird sich behutsam fragen
und sorgsam wägend sagen,
daß alles, was wir tun,
solange bis wir ruh`n,
ein Ende impliziert…

und Besseres gebiert.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 21.5.2008 im Lyrik-Forum von SPON.

Pecuniose

Oh,Du kranke Menschenwelt,
was kann Dich kurieren?
Setzt Du weiterhin auf`s Geld?
Dann wirst Du verlieren!

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 29.8.2008 im Lyrik-Forum von SPON.

Die Zorneshymne

Ein Schicki-Micki-Denkmodell,
garniert mit honigsüssem Schaum,
das mediale Geldkartell
bedroht den edlen Menschheitstraum.
Refrain:
A-a-a-alles nur gelo-ho-gen,
a-a-a-alles ist nicht wahr,
wie-der mal betro-ho-gen,
heut` und immerdar?

Braun und Schwarz und Ampelfarben
haben uns als Volk verraten.
Oben prassen – unten darben,
Strategie der Geistpiraten.
Refain:
A-a-a-alles nur gelo-ho-gen…

Der Exzess verursacht Sorgen,
auch des Luxus fahler Schein.
Kann es in der Welt von Morgen
grundgesetzlich anders sein?
Refrain:
A-a-a-alles nur gelo-ho-gen…

Mut zum Zorn in echter Treue
zu dem deutschen Vaterland.
Wunsch befiehl`, dass ich mich freue,
öff`ne Herzen und Verstand.
Refrain:
A-a-a-alles nur gelo-ho-gen…

Morgen können wir erfassen,
dass wir in der Welt der Triebe,
alles steh`n und liegen lassen,
für das Hohelied der Liebe.
Refrain:
Hier wird nicht gelo-ho-gen,
wie es üblich war,
hier wird nicht betro-ho-gen,
Hal-le-lu-hu-jah.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 21.9.2008 im Lyrik-Forum von SPON.

Spontanhandlung

als Reaktion auf die heute Samstagskolumne des AZ-Herausgebers:

Quandtsche Wirkungsplancken

Das Allgemeinezeitungslicht
der Lüneburger Heide,
erklärt uns heute leider nicht
geldadelige Freude.

Es spricht von Schiller, Geld und Trug`,
verknüpft das auch mit Liebe,
als gäbe es nicht Grund genug,
dass es gewöhnlich bliebe.

Die Liebe ist das höchste Ziel,
für uns auf dieser Erde.
Ich wünsche mir in diesem Spiel,
dass es begriffen werde.

von „archelys“ – das Gedicht erschien am 8.11.2008 im Lyrik-Forum von SPON.

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3 Gedanken zu “archelys I”

  1. alterEgo sagte:

    Liebe als immerwährende allumfassende Macht, deren wirkliche Macht uns aber verschlossen bleibt. Ein schöner Gedanke.

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  2. Zum Teil ganz witzig

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  3. Baumeister sagte:

    Ja, kann man gut lesen

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