Aljoscha der Idiot

Zwei Raben

Und ich fühl‘ mich immer schlimmer
Tasche Knochen aus dem Schrecklabor
Mein Aufwachblick verwüstet Zimmer
Zwei Raben raunen mir ins Ohr

Ich höre Stimmen aus dem Wasserhahn
Und mein Spiegel raucht vor Wut
Alle Überreste sind vertan
Zwei Raben geht es gut

Ich versink‘ im öden Weltenstaub
Bald wird man tief zu graben haben
Von der Beute aus dem letzten Sündenraub
Bleibt nur das, woran sich Raben laben

Ungefragte Antwort die ich bin
Keinem Raum bin ich geheuer
In grauer Kälte ziehe ich dahin
Zwei Raben machen sich ein Feuer

An Weißglut kühle ich mein Herz
In deine Fußspur setz‘ ich einen Huf
Der letzte Reim ist immer Schmerz
Zwei Raben und umsonst ihr Ruf

von „Aljoscha der Idiot“ – das Gedicht erschien am 12.11.2006 im Lyrik-Forum von SPON.

Im Walsertal, im Walsertal,
hyperionaktiv vertraklt,
hat Schiller sich, der Geisterseher,
mal ganz verzweigt verkakelt.

In seelischer Verzuckmay’rung,
befeuchtwangt bis zur Stirn,
tat er Büchner schlegeln,
bis ein Lichtenberg im Hirn

ihm die pöbelscheue Grille parzte.
„Musil denn, Musil denn zum Schädele hinaus!“
verhebbelt‘ er im Werfeldaus –
das Eichendorff, es brentanarzte.

von „Aljoscha der Idiot“ – das Gedicht ohne Titel erschien am 16.7.2007 im Lyrik-Forum von SPON.

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1 Gedanke zu “Aljoscha der Idiot”

  1. Baumeister sagte:

    Kluge Gedanken, lyrisch mit Schmunzelbändchen verschnürt.

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