Gahr

24. September 2013:

Die Geburt der Vorsicht

Fast stündlich verlasse ich hinkend
die Wärme des fröstelnden Ofens
und stutze mit besten Messern
den morgentreibenden Rasen,
bisweilen mit Wollust
im Erdreich rupfend.

Ich war nach der großen Verwerfung
mit der kindlichen Wiese vermählt,
munkeln die sensenden Hände.

Trotz tüchtiger Gartenknechte
und strengem Wolkenverbot
mißlingt die Verwüstung
und Meere frischer Keime
reißen die Fahnen hinauf.

Sorglos schlief ich mich in die Jahre
bis die erzharte Rinde der Zeit sich erboste und brach
und mir mütternde Gräser
im Traum
in die wehrlose Nase blickten.

Ich ruhte so schwer in den Halmen.

von Maximilian Gahr (*1980) – arbeitet als Arzt und Psychiater in Ulm.

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1 Gedanke zu “Gahr”

  1. Bei Psychiatern hat immer Mama oder mütternde Gräser schuld 😉

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