Sackkarren säumen seine Spur – eine Annäherung

Die Africa Bar an der Ostküste von Fuerteventura ist nach Afrika benannt, doch sie wendet sich dem schwarzen Kontinent nicht zu, sie grüßt nicht hinüber, niemand winkt. Marokko liegt nah, Marokko liegt fern, dahinter die Sahara, die Wüste, dahinter die Wildnis. In der Africa Bar gibt es nichts Afrikanisches, keine bizarren Götzenmasken, keine Giraffen aus Bongossi-Holz, keine Bantu-Trommeln, der Barmann stammt nicht aus Wagadugu, sondern aus dem Weserbergland. Bei den Gästen ist von Afrika selten die Rede, sie sind mit Erholung und mit Urlaub beschäftigt – nirgends ist das Urlaubsgefühl schöner erlebbar als in der Africa Bar.

Das in die Jahre gekommene Hotelresort am Atlantik heißt „Monica Beach Club“ – man fragt sich, wer wohl Monica war, bestimmt war sie feurig und rassig, anders kann man sich eine Spanierin gar nicht vorstellen. Neu ist das Hotel nicht mehr, aber nett, ansprechend mit seinen niedrigen Gebäuden, mit den vielen Palmen, mit den vielen Wegen, das Terrain ist weitläufig, man kann herumspazieren, die farbenfrohen exotischen Gewächse bestaunen, man kann aufs Meer schauen.
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Es gibt zwei Swimming-Pools, einen zentralen, der Prospektvorstellungen von Grillfreunden erfüllt, und in dem sich manche der aufgeheizten Liegestuhllieger abkühlen oder das Baden ausprobieren, obwohl der Atlantik mit dem sensationellen Strand nur ein paar Schritte entfernt wahres Badevergnügen verspricht – der zweite Pool liegt etwas abgelegen, fast verschwiegen, eingebettet in die Gartenlandschaft und in das architektonische Ensemble, eine kleine Idylle.

Wer allerdings Gigantisches sucht, etwa eine Hotelhalle, die hoch wie eine Kathedrale aufragt, der wird enttäuscht – der Eingang des Monica Beach mutet von außen an wie eine Dorf-Diskothek und von innen wie das Rathaus von Bottrop.
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Doch dafür strahlt die Anlage Heimeligkeit aus, hier ist es gemütlich, man findet sich leicht zurecht, man findet sich mit dem Personal ab, das bei aller Freundlichkeit regelmäßig um seine Kompetenz ringt und gerne erklärt, gerade in diesem Fall nicht zuständig zu sein. Das sind Kleinigkeiten, das sind Konzessionen, die den Stammgast des Monica Beach nicht abschrecken können – im Gegenteil, Unzureichendes bietet sich an, um ausgiebig darüber zu meckern, was in gemeinsamer Runde besonders viel Spaß macht und worin sich auf paradoxe Weise die Verbundenheit mit dem Hotel ausdrückt. Hier kommt der weniger gut betuchte, der im guten Sinne mittelmäßige Tourist auf seine überschaubaren Kosten, hier begegnet er seinesgleichen auf Augenhöhe, nicht den Kretins, nicht den Reichen aus der Froschperspektive, hier ist Etikette nicht gefragt, hier wären Abendanzug und elegante Garderobe undenkbar. Im Monica Beach darf man Mensch bleiben.

Direkt unten am Atlantik verbirgt sich ein Kleinod: die Africa Bar, ein Eldorado für die Genießer des überwältigenden Meerespanoramas, für Sonnenhungrige, für Naturgenießer, für Relaxer, für heimliche Trinker, auch für hemmungslose Säufer, für Kontaktsuchende, für diejenigen, die sich auf einen bestimmten Barkeeper freuen.
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Die Bar Africa heruntergekommen zu nennen, würde an Bösartigkeit grenzen. Sie bedeckt zwar ein fadenscheiniges Reetdach, doch das wird von bunten Blumenschwaden voluminös überrankt. Das Dach sieht aus wie eine Zufallskonstruktion, gleichzeitig wie ein Zufallskunstwerk, bei dem sich Mensch und Natur ergänzt haben. Nein, die Bar Africa ist keine Bruchbude, sie ist eine offene, manchmal sogar weltoffene Rundum-Theke, eine Walhalla für Müller und Meier, sie ist Stammtisch und Zufluchtsort – eine Aussichtsplattform, von der aus das Meer blauer, die See grenzenloser erscheint, das Ultramarin grandioser, das Changieren der Blautöne ins Grünliche faszinierender als anderswo auf der Erde.
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Neben der Bar im Schatten der Vorratsräume steht eine Sackkarre, die im nächsten Augenblick von einem Mann weggeschoben werden wird, er wird das zweirädrige Transportmittel mit einem Ruck in Gang setzen, um es mit allerlei Sachen beladen kraftvoll den stark ansteigenden Weg hinauf zu schieben, er wird sich dabei umdrehen und den verbliebenen Gästen der Africa Bar noch einmal zuwinken, lächelnd, gut gelaunt nach getaner Arbeit. Dieser Mann, der im mittleren Alter steht, hat natürlich einen Namen, doch hier ergeben sich gewisse Schwierigkeiten: Fast alle kennen ihn, schon die Kleinkinder im Monica Beach können seinen Namen stammeln, die Alten nennen mit einem Unterton von Hochachtung, in der Erwartungsfreude mitschwingt. Der Mann ist exponiert: Barkeeper, Unterhalter, Gesprächspartner, er ist alles zugleich, auch Zuhörer und Seelentröster. Dieser mitmenschliche Allzweck-Adressat gerät überraschend in das Interesse des Lesers – aber darf man ihm noch mehr zusetzen, ihn der touristischen Meute überlassen, ihn zu der öffentlichen Person machen, die er vielleicht gar nicht sein will? Solche Fragen gebieten Vorsicht, sie mahnen zu angemessener Zurückhaltung, weshalb ein Vorname genügen muss: Ralf, der Herr der Africa Bar.
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Doch vorerst ist Ralf nicht nur der Mann von der Africa Bar, sondern auch der Mann mit der Sackkarre und insofern eine nebulöse Erscheinung, denn noch bleiben die Geschehnisse um diese Sackkarre unaufgeklärt – die Karre könnte ein Geheimnis in sich bergen, mit ihr hat es jedenfalls etwas auf sich, wie sie so dasteht neben der Africa Bar, um zum Feierabend den Plattenweg hinauf geschoben zu werden von einem auf Fuerteventura gelandeten Niedersachsen, der bisher gesichtslos blieb. Man möchte wissen, wie er aussieht, wie er sich verhält. Gertenschlank ist er nicht, das heißt vermutlich nicht, denn die schwarze Baarkeeper-Schürze über dem roten Diensthemd mit den kurzen Ärmeln reicht fast bis zum Hals, und so lässt sich nichts Definitives über die Körperfülle von Ralf aussagen, außer dass sie nicht sehr ausgeprägt sein kann. Kein imposanter, immerhin ein hochgewachsener Kerl, stämmig, kräftig – ihn als eindrucksvolle Erscheinung zu bezeichnen, wäre zwar großzügig, käme jedoch der Wahrheit am nächsten – markant auch sein Gesicht, nicht gerade Charles Bronson oder George Clooney, doch die Physiognomie ist kantig mit deutlichen Konturen, die Haare sind sehr kurz, Mecki-Schnitt, die Augen funkeln, dieser Blick, immer suchend, alles sofort in sich aufnehmend – Ralf, der Schnellmerker, der Situationen in Sekundenbruchteilen erfasst – Ralf, der die Wünsche der Gäste vorausahnt, um sie sofort zu erfüllen – Ralf, der mit Schmackes alles auf- und abräumt, der unablässig auf- und einfüllt, der manche Kunden der Africa Bar gnadenlos grinsend abfüllt – Ralf, dem herumstehende Gläser, Tassen und vom Winde verwehte Plastikbecher ein Dorn im Auge sind, der dem Leergut wie im Jagdfieber zu Leibe rückt, der die Geschirrspülmaschine mit mächtigen Ausholbewegungen zackig bestückt und sich nebenbei mit einem wodkaverträumten Gast über dessen neues Gartenhaus unterhält, beziehungsweise über die Notwendigkeit, vorher ein Fundament für das Gartenhaus zu schütten – es steht übrigens, falls es der Leser wissen möchte, in Altwarmbüchen bei Hannover.

Das ist in groben Zügen Ralf, der Mann mit der Sackkarre, mit diesem merkwürdig unscheinbaren Gefährt, das nicht nur Schnapsflaschen und Saftkartons transportiert, das auch Schicksalhaftes mit sich trägt, das mitentscheidet über ein Berufsleben, über eine bemerkenswerte Karriere unter der Sonne Fuerteventuras. Es gibt zuhauf Aussteiger, Arbeitsverweigerer, Alternative, Abenteurer, überall trifft man heutzutage auf Weltenbummler, die eigentlich vor der Welt flüchten… aber es gibt nur wenige anpackende Charaktere, die im Ausland auf Dauer zurechtkommen und dort glücklich zu leben verstehen. Wahrscheinlich gehört Ralf zu dieser Sorte von Mensch… wahrscheinlich.

Leider herrscht große Verwirrung über den Einsatz einer gewöhnlichen Sackkarre. Wer meint, mit diesem Gerät würden gemäß seiner Namensgebung hauptsächlich Säcke von einem Ort zum anderen bewegt – wer das in seiner Naivität tatsächlich vermutet, der sieht sich getäuscht. Die Sackkarre in Stückgutkarre umzubenennen, wäre durchaus angebracht. Von Getränkekisten bis zu Weinkartons, von Cola-Containern bis zu Bierfässern, alles bis auf Säcke wird mit dieser Karre transportiert. Kein Hotelbetrieb mit Hanglage, schon gar nicht in südlichen Gefilden, kann auf die Sackkarre an sich und als solche verzichten, sie ist absolut unentbehrlich.

Anlässlich eines Gespräches in der Africa Bar wird die Sackkarre unerwartet zum Thema – Ralf ist wieder einmal zur Höchstform aufgelaufen, er fertigt in affenartiger Geschwindigkeit Getränke aller Art an: Softdrinks, Drinks, Mischungen, simple Cocktails, Säfte, er fragt eine ältere Dame, ob sie ihr Wasser mit Blasen haben wolle, worauf sich ihre Stirn noch tiefer verfaltet – Ralf produziert reihenweise Tequila-Sunrise, Sex-on-the-beach und Ölwannen, er gießt also die von den Frauen geliebten Lumumbas zusammen, er zapft am laufenden Band Gerstenkaltschalen, also die ebenso perligen wie wässrigen „Tropical“ Biere, er kredenzt einem Jungen eine Cola-light, also eine Cola mit Licht, und der fragt: „Wo?“ – Ralf stutzt, zeigt auf den Plastikbecher und antwortet: „Da! Musst du nur genau hingucken.“ Ralf performt, er glänzt in seiner Miniatur-Manege am Meer, in seinem Circus Maximus, ein bisschen Clown, doch mehr Conferencier, Zauberer und Dompteur, er bewegt sich wie ein Fisch im Wasser, er ist ganz und gar in seinem Element.

„Dahinten kommt Jürgen!“ – ein typischer Ausruf von Ralf. Oder er fragt unüberhörbar in die Runde: „Hat heute schon jemand den Jürgen gesehen?“ Mit solchen rhetorischen Fragen quält der Barmann die Gäste, dann wird er diabolisch, er verunsichert gezielt, er bringt die Leute abrupt ins Grübeln, besonders diejenigen, die Jürgen nicht kennen und die ihn womöglich auch gar nicht kennenlernen wollen. Andererseits – es könnte sein, dass Jürgen ein Neuankömmling ist oder zumindest ein interessanter Mensch, den zu besichtigen sich lohnt, denn neue Gesprächspartner sind immer willkommen an der Africa Bar. Einige schauen sich verstohlen um in der Erwartung, Jürgen zu entdecken. Erfahrene, mit dem Wesen von Ralf vertraute Gäste dagegen verharren eisern in ihrer Position, sie bewegen sich keinen Zentimeter, sie erstarren fast, entweder weil sie Jürgen bereits getroffen haben und er ihnen mit seinem Gelaber zum Hals heraushängt, oder weil sie ahnen, dass Jürgen gar nicht kommt, dass er im Extremfall inexistent ist und Ralf sie wieder einmal nur aufziehen will.

Eine bekannte Masche – mehrere Male am Tag macht Ralf die Africa Bar zu einer Kleinkunstbühne, aufgeführt wird das im Prinzip immer gleiche Stück, eine auf Sekunden reduzierte Abwandlung von „Warten auf Godot“: Ralf kündigt eine imaginäre Person an, in einem Tonfall, der darauf schließen lässt, dass er schon auf sie gewartet hat. Der Kitzel liegt für ihn darin, die Zuschauer überfallartig zu irritieren, sie zu willfährigen Opfern zu machen, mit ihnen zu spielen: Sobald sie sich umgucken und niemanden entdecken, haben sie verloren – dann war das Warten auf Godot vergeblich, dann war es klassisch, dann passt es zur Africa Bar. Doch dieses Mal gibt es kein Theater, Jürgen ist Realität, greifbar, gewichtig, ein abgeklärter Stammgast, schon etwas älter, der so aussieht wie die meisten aussehen und der die kurzfristige Aufmerksamkeit, die seiner Person entgegengebracht wird, mit einer wegwerfenden Handbewegung pariert.
„Bier.“
„Jawohl, der Herr.“ Ralf fragt beim Zapfen nach: „Mit Zündkerze?“
Jürgen schüttelt kaum merklich den Kopf – noch zu früh für Schnaps.

So oder so ähnlich stellt sich die Lage dar, als ein neuer, ein besonderer Gast erscheint, er steht unauffällig an der Seite des voll besetzten Tresens, er ist zurückhaltend, er drängt sich nicht auf – aber er wird mitverantwortlich zeichnen für ein nachhaltiges Stimmungstief, in das Ralf bald hineinschliddern wird. Die Betriebsamkeit unterbrechen regelmäßig Leerläufe, Phasen, in denen es ruhiger zugeht – dann hat der Barmann mehr Zeit und kann auf die Belange einzelner näher eingehen. Mit dem neuen, mit dem besonderen Gast entspinnt sich eine angeregte Unterhaltung, die schnell fachlich wird: Es geht um Autos, um Automotoren, um ihr Anzugsvermögen, um ihre nicht selten zu hohe Verdichtung, natürlich um die Elastizität im unteren Drehzahlbereich, es geht um Auto-Reparaturen, und schließlich geht es um Autoreifen. Ralf wirkt wie elektrisiert, nur scheinbar lauscht er aufmerksam dem Reifen-Fachvortrag des reiferen Herren auf der anderen Seite des Tresen, denn er hat seine eigenen Reifen im Kopf, in diesem Fall die seiner Sackkarre. Auf die grundsätzliche Frage, ob eine Sackkarre mit Luft- oder besser mit Vollgummireifen bestückt werden sollte, kann mit Rücksicht auf die Erwartungen des Lesers nicht näher eingegangen werden, weil das Interesse an solchen Problemen, gerade bei Frauen in Urlaubsstimmung, eher wenig bis überhaupt nicht ausgeprägt ist. Frauen hin oder her – Ralf jedenfalls hat momentan beträchtliche Schwierigkeiten mit Ausbeulungen der Schläuche in seinen beiden Sackkarren-Luftreifen, ihr Lauf wird unrund, das Schieben wird schwerer und irgendwie rumpelig, kurz: Die Karre macht so keinen Spaß mehr.

Doch fürs erste geht die Arbeit vor, der Reifenspezialist ist eben erst angekommen, er wird Ralf nicht weglaufen – plötzlich warten mehrere Durstige auf ihre Getränke, darunter verdächtige Gestalten, die sich Ralf näher anschauen muss. Denn auch wenn der Zugang zur Africa Bar frei ist, gibt es doch unsichtbare Schranken, die Unbefugten den Eintritt verwehren: nicht allein das gelbe All-Inclusive-Armband, das übersieht sowieso niemand, Ralf mit seinen Argusaugen schon gar nicht, er verweist Eindringlinge ohne Armband ebenso höflich wie resolut des Geländes – nein, die unsichtbare Schranke, die bändchenlose Barriere vor der Bar baut sich aus einem Gefühl von Dazugehörigkeit heraus auf, das, sofern es fehlt, den Gast zu einem bedauernswerten Geschöpf werden lässt, zu einer Art Fremdkörper, dem ein Getränk serviert wird, der ausweislich seines kümmerlichen Plastikschnipsels am Handgelenk den Kaffeeautomaten selbst bedienen darf, der aber nicht wirklich dazugehört und dem die persönliche Ansprache von Ralf nicht zuteil wird.
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Allerdings könnte sich hier ein Missverständnis einschleichen – es muss ausgeräumt werden, damit der Barkeeper nicht in einem ungünstigen Licht erscheint, es wäre seiner Person nicht angemessen: Ralf legt ohne jeden Zweifel eine egalitäre Einstellung an den Tag bei der Behandlung seiner Gäste. Er ist durch und durch ein Profi, jeder Gast ist auch bei ihm so König wie es sich gehört, das heißt ein relativer, und gerade deshalb erfreuen sich manche Barbesucher kleiner, doch wertgeschätzter Privilegien, sie erbauen sich an dem verschwörerischen Nicken des Einverständnisses, das ihnen der Barmann exklusiv zubilligt, wenn er den bestellten Cuba Libre prompt in ihren Gesichtskreis schiebt, sie laben sich neben den Drinks an den zynischen Einwürfen, die Ralf meisterlich plazieren kann und deren Bedeutung natürlich nur Eingeweihte verstehen – diese Gäste wollen geneckt werden, sie wollen hochgenommen, aber nicht auf den Arm genommen werden – diese Gäste ergötzen sich, zuweilen aus leicht verschwommener Perspektive, an Witzfetzen, bei denen den Frauen mulmig wird und die sie lieber überhören – diese Gäste suchen den speziellen Kick á la Ralf, sie haben schon zu Hause von diesem Ort zwischen Land und Meer geträumt.
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Gespräche, Geselligkeit, Wärme – dagegen erlebt das Foto als Dokumentation von Urlaubsfreuden einen regelrechten Niedergang. Trotzdem versteigt sich mancher Gast dazu, die Afrika Bar samt Barkeeper abzulichten, weil er der Faszination dieser einmaligen Open-Air-Kneipe am Atlantik erliegt. Angesichts solcher Fotografier-Überfälle reagiert Ralf routiniert und abgeklärt, nur der Kenner bemerkt, dass ihm solche Attacken auf die Nerven gehen. Typisch für seine innere, vermutlich unbewusste Abwehr gegen das Fotografiertwerden ist das Victory-Zeichen, vielleicht auch angedeutete Hasenohren, jedenfalls die beiden zu einem „V“ ausgestreckten Finger hinter dem Kopf, dazu präsentiert Ralf sein sperrigstes, sein abgefeimtestes Lachen – beides zusammen sieht auf den ersten Blick spaßig aus, doch handelt es sich in Wahrheit um einen Gegenangriff, der dem Fotografen nichts anderes bedeuten soll als dass er ein Idiot ist, dass er leichtfertig eine verbotene Grenze überschreitet.

Überhaupt sein Lachen und sein Lächeln: Sie gehören zu den schärfsten Waffen von Ralf, universell einsetzbar, mal destruktiv, mal konstruktiv, je nach Situation. Schlagartig bricht dieses Lachen über den arglosen Gast herein, es schnappt wie eine Falle zu, das Opfer wird gelähmt, es glotzt verdattert, es versteht nichts und lächelt blöde zurück. In diesen Momenten zeichnet sich in der Miene des Barmannes etwas Entlarvendes ab: Triumph, sein Gesicht strahlt, und die meistens Gäste denken dann – nein, sie glauben sogar fest daran, dass hier ein glücklicher, ein harmonisch in sich ruhender Zeitgenosse fröhlich seiner Arbeit nachgeht. Wer meint, die Tarnung, diese Mimikry, wäre typisch für Mitarbeiter in der Gastronomie, der irrt, denn die meisten Angestellten befleißigen sich nur routinierter Höflichkeit, sie sind keine Schauspieler, sie setzen sich nicht mit dem Gast auseinander, sie bedienen ihn wie man einen Computer bedient. Bei dem ungekrönten König der Afrika Bar sieht es anders aus, seine Humorausbrüche sind häufig sardonische Konter auf das ähnlich häufige Hirnklops-Gefasel am Tresen, es sind blitzschnelle Volten, sekundenkurze Stakkatos, um Anzüglichkeiten aller Art zu durchlöchern.

Liegt hier vielleicht ein Doppelleben vor? Ist Ralf, der Quirl, die gelegentliche Quasselstrippe, der Kommunikationsvirtuose – ist dieser Mann hinter seiner alerten Fassade eine für diesen Job zu empfindsame Natur, vielleicht gar ein in sich gekehrter Mensch, der sich hinter dem Überschwang seines Wesens geschickt versteckt? So nahe solche Spekulationen auch liegen mögen, so ungewiss bleibt bisher, ob sie in die richtige Richtung weisen. Die Wahrheit ließe sich durch eine weitere Annäherung ergründen, vielleicht…. doch kann das Unterfangen aus Gründen der Diskretion nur über Umwege in Angriff genommen werden. Manche Zeitgenossen sind eben rätselhaft, zumindest erscheinen sie so. Ralf, der Rätselhafte, ein Buch, zwar nicht gerade mit sieben, aber mit einigen Siegeln – sie zu entschlüsseln, führt zwangsweise auf die Sackkarre zurück. Die Sackkarre ist Ralfs persönliches Eigentum, das gibt zu denken, sie gehört nicht dem Hotel, ein Zustand, den zumindest ungewöhnlich zu nennen angemessen erscheint, ein Sachverhalt, der näherer Betrachtung bedarf, um die Geheimnisse des Mannes von der Afrika Bar wenigstens ansatzweise zu lüften.
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Ein Deutscher mit eigener Sackkarre in einem spanischen Hotel – selbst schlichte Naturen muss eine solche Mesalliance ins Grübeln bringen. Ist dieses rollende Metallgestänge mehr als eine bloße Arbeitshilfe, unter Umständen sogar Ausdruck der teutonischen Mentalität, die mit der romanischen kollidiert, könnten hier auch Ordnungssinn, Starrsinn oder Überlegenheitsgefühle eine Rolle spielen? Wer weiß – zumindest kommt ein gewisser Verdacht in diese Richtungen auf, und er konkretisiert sich noch, wenn man sich vor Augen hält, wie bedenkenlos ulkig, wie rigoros originell Ralf sein Arbeitsgefährt individualisiert hat: eine grüne Gummihupe an einer Karre mit blauen Kunststoffgriffen und dazu eine schwarze Fahrradklingel – das fällt auf, das sticht ins Auge, das wirkt vorfahrtgebietend, das sieht nach Halt-hier-komm-ich aus, das sind eindeutig mehr als vordergründig lustige Acessoires. Und dann die Provokation als solche: die Micky-Maus-Figur, sie baumelt unbefangen, scheinbar quietschvergnügt an der linken Senkrechtstrebe der Sackkarre – eine Galionsfigur, ein Blickfang, ein Hampelmann, ein Kasper, der den spanischen Kollegen nicht nur vorführt, wie locker man das Leben nehmen kann. Ein vager Eindruck drängt sich auf, er verdichtet sich: Diese Sackkarre ist monströs, fühlbar, sie ist eine Kampfansage auf Rädern, sie dient als Vehikel zur Selbstbehauptung in einer fremden Welt, in einer Umgebung, die so weit entfernt liegt von der tiefen deutschen Provinz, der Ralf entstammt.

Wie bereits erwähnt leidet Ralfs Sackkarre unter akutem Reifenverschleiß – und der lässt sich auf einer Insel im Atlantik weniger leicht beheben als anzunehmen wäre. Fuerteventura gehört zu Spanien, aber Fuerteventura liegt auch abseitig, weit weg vom spanischen Festland, so wie auch die anderen kanarischen Inseln. Nicht alles ist hier ohne weiteres zu haben, nicht jedes Ersatzteil kann schnell herbeigeschafft werden. Mit den neuen Reifen für die Sackkarre sieht es ganz schlecht aus. Ralfs Versuche, sie auf Fuerteventura zu bekommen, waren alle erfolglos – und deshalb bietet sich für ihn in dem Reifenspezialisten aus dem fernen Deutschland eine einmalige Gelegenheit, das Problem zu lösen. Als dieser Gast, dessen Name aus später erhellenden Gründen ungenannt bleibt, wieder in der Africa Bar auftaucht, beeilt sich Ralf, ihn besonders zuvorkommend zu bedienen, er schenkt ihm seine Drinks besonders großzügig ein in der heimlichen Absicht, ihn in Hinblick auf den bisher noch gar nicht thematisierten Reifennotstand prophylaktisch wohlwollend zu stimmen. Und siehe da – Ralfs Bemühungen werden belohnt: Etwa eine Stunde später bietet ihm der Gast schon etwas beschwipst an, die fehlenden Sackkarren-Luftreifen nach Furteventura zu schicken, von Deutschland aus, wo sie, wie er Ralf wortreich versichert, ohne weiteres zu bekommen seien.

Ralfs Vorfreude ist groß – einschränkend muss man hier allerdings konstatieren, dass ihm von Gästen schon so manches versprochen wurde, mit zumeist enttschäuschenden Egebnissen. Noch immer wartet der Barmann zum Beispiel auf ein Fässchen Wein edler Provenienz von einem Gast, der bezeichnenderweise David Holy heißt… aber Ralf bleibt zuversichtlich, er vertraut auf das Gute im Menschen, er will sich nicht vom allgemeinen Niedergang des Anstandes deprimieren lassen, er wird nicht nur den Wein, sondern auch die Sackkarren-Reifen bekommen, daran glaubt er fest – und bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.
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Um dem Leser die Dimension der Sackkarren-Krise näher zu bringen, müssen die Verhältnisse im Monica Beach Club kurz in den Blickpunkt gerückt werden: Das Resort verfügt nur über zwei hauseigene Sackkarren, die – kaum vorstellbar – auch noch beide kaputt sind, was dem spanischen Temperament entsprechend keineswegs bedeutet, dass sie nicht mehr einsetzbar wären. Bei einer von ihnen hat sich der metallene Ladewinkel nach unten verbogen, und bei der anderen ist an einer Stelle das Gestänge gebrochen. Aber sie funktionieren ja noch, so gerade eben tun sie es noch, was bei näherem Nachdenken unweigerlich die Frage aufwirft, ob zwei oder drei neue Sackkarren anzuschaffen für die Hotelleitung eine finanzielle Herausforderung darstellen würde. Die Vorgeschichte zur Sackkarren-Krise war prekär, wie zu erwarten auf einer Wüsteninsel mit fremdartigen Gebräuchen: Ralf hatte in Eigeninitiative bereits selbst eine weitere Karre neu erworben, er schlug dem Hoteldirektor freundlich vor, sie ihm abzukaufen, also Ralf den Kaufpreis zurückzuerstatten – der schnittige Direktor, der auch auch schon mal mit einem Motorrad zur Arbeit vorfährt, ließ sich großzügig auf das Angebot ein und überreichte Ralf ungefähr circa siebzig Euro – damit war der Eigentumsübergang vollzogen.

Doch die nagelneue, die gleichermaßen jungfräuliche Sackkarre löste das Problem nicht. Es kam zu Manipulationen an dem Gerät, und kein Name stand dabei, Schrauben hatten sich auf rätselhafte Weise gelöst, den Reifen mangelte es eklatant an drückender Luft, es roch nach Mobbing – und dann war die Sackkarre plötzlich weg, wie vom Erdboden verschluckt. Ralf, der sich mit den Wechselfällen des Lebens wie kaum ein anderer auskennt, wusste zu diesem Zeitpunkt, dass er der Misere nur durch konsequentes Handeln ein Ende setzen konnte: Er kaufte sich eine weitere neue Sackkarre, die er aber niemals, das heißt unter keinen Umständen, an das Hotel weiterverkaufen würde – diese Sackkarre sollte sein Eigentum bleiben, auf immer und ewig.

Eine Sackkarre, auch eine stabile, also eine professionelle, kostet nicht viel, nicht gemessen an den Summen, die einem so großen Hotel tagtäglich umgesetzt werden. Eine Sackkarre ist erschwinglich – angesichts von Ralfs Kalamitäten bleibt ungeklärt, ob hier nicht eine Art Boykott vorliegt, eine Tendenz zur Verweigerung, aus Absichten heraus, über die man nur spekulieren kann. Denkbar wäre vieles, aber klar wird, dass die Abgründe um diesen profan anmutenden Lastenträger noch nicht genügend ausgeleuchtet sind: Da ist dieses Gefühl, dass etwas Entscheidendes fehlen könnte – doch Achtung: Man darf in eine Sackkarre nicht zu vieles hineindeuten, allzu schnell sind Fehlschlüsse möglich, allzu leicht kann man übertreiben und sich hinreißen lassen. Denn einer Sackkarre eignet nichts Symbolträchtiges, sie ist nicht mehr als ein Mittel zum Zweck.

Der Mensch erfand das Rad, das Ergebnis war die Schubkarre, dann fiel ihm das zweite Rad ein, so wurde die Sackkarre geboren, danach folgten weitere Räder, das Fahrrad, das Automobil, das Riesenrad für den Wiener Prater, schließlich kamen Räder, die die Welt bewegen, angetrieben von anonymen Kräften, unablässig rotierend, auch über die Menschen hinweg und mit ihnen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Sackkarre aus heutiger Sicht geradezu vorsintflutlich, ein archaisches Transportmittel – für manche Zeitgenossen ein Museumsstück oder gar ein Zeichen für den Stillstand… für den Stillstand? Nein, keinesfalls, denn die Sackkarre hat sich seit Jahrhunderten bewährt, sie stellt eine zeitlose Errungenschaft des menschlichen Geistes dar. Atomkraftwerke explodierten, die Atomkraft ist nicht von Dauer – Luftschiffe explodierten, alle Versuche, sie wieder einzuführen, scheiterten – ein Space Shuttle explodierte, das letzte wurde eingemottet, es zeigt nicht den Weg zu den Sternen – überlebt haben die Sackkarre, die Schubkarre, die Schaufel, die Klobürste und die Büroklammer, sie wird es immer geben, die kleinen nützlichen Dinge, die Selbstverständlichkeiten, denen man kaum Beachtung schenkt. Im Bewährten drückt sich Kultur solider aus als im Fortschrittsbewegten und im Künstlerischen – auch der kühnste Avantgardismus gründet auf dem Bestehenden, von dem er sich abzusetzen sucht, das er insgeheim verachtet. Mit einer Sackkarre kann man etwas holen, mit ihr kann man nichts überholen, das entspricht nicht ihrer Bestimmung. In diesem Bewusstsein gewinnt Ralfs Sackkarre an Bedeutung, sie behauptet sich und schiebt sich unauffällig wieder in den Mittelpunkt des Geschehens.
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Es gibt ältere Männer mit Bauch und solche mit einem Embonpoint, mit einer zumeist beachtlichen Vorwölbung des Rumpfes nach vorn, die selbstbewusst, wenn nicht mit einem gewissen Stolz vor sich hergetragen wird, ähnlich wie andere männliche Insignien. Detlef, der glaubhaft versichert, er sei 71 Jahre alt, bestätigt diesen Eindruck durch etwas zu opahaft anmutende Güte und durch eine Weltläufigkeit, die sich gleichwohl auf den weiteren Mittelmeerraum beschränkt. Detlef also trottet eines schönen Nachmittags ganz unbefangen an Ralfs Sackkarre vorbei, die wie gewohnt an dem schattigen Platz neben der Afrika Bar steht, Detlef stoppt unvermittelt ab, dann ruft er laut aus:
„Die ist aber bunt!“
Im nächsten Moment tritt Detlef nah an die Sackkarre heran und betätigt energisch die grüne Hupe, die Ralf an einer Seitenstrebe festgeschraubt hat. Alle Gäste der Afrika Bar zucken vor Schreck zusammen, sie werden in ihren Gesprächen unterbrochen, sie werden durch das laute Signal jäh aus ihrer wohligen Trance gerissen, in der man nach einigen Bieren wie von selbst versinken kann. Man begehrt zu wissen, wer ohne Erlaubnis auf die Gummihupe gedrückt hat, wohlweislich nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls geräuschvollen Läuten, das immer dann erklingt, wenn Ralf ein Trinkgeld bekommt. Auch der steht für einen Moment wie vom Blitz getroffen da, er hält den Plastikbecher, den er gerade mit flüssigem Tomatensalat befüllen wollte, bewegungslos in der Hand, sein Kopf ruckt zur Seite in Richtung Sackkarre und Detlef, der Ralfs Karre gerade seinen gutturalen Lachsalven aussetzt.
„Bitte nicht berühren!“
Ralfs Ausruf verunsichert, Stille tritt ein, die Atmosphäre knistert, sie könnte augenblicklich umkippen, sich entladen, jeder fühlt es, außer Detlef und Grappa-Peter, der gerade intensiv über das Leben im Allgemeinen philosophiert. Obwohl die Stille nur für wenige Sekunden anhält, liegt ein Ausbruch in der Luft, eine besondere Situation ist eingetreten – die Harmonie, die man mit Ralf und mit der Africa Bar verbindet, kann jederzeit in etwas umschlagen, das man zwar nicht kennt, das sich aber keiner wünscht.

Doch nichts passiert, nichts Spektakuläres, die Spannung löst sich auf. Der Barkeeper aus dem Weserbergland hat nicht nur sich, sondern auch die Lage wieder im Griff, er zwingt sich sein breites Zahnpasta-Lächeln ab, es rastet mit einem Schlag ein, es trifft Detlef, der sich von der Sackkarre abgewendet hat und noch dabei ist, seinen Heiterkeitsanfall zu überwinden.
„Du brauchst dringend einen Grappa“, entscheidet Ralf für Detlef, und das Nicken beweist ihm, dass er richtig liegt. Vor einem dreistöckigen Grappa reiht sich Detlef in die Tresenrunde ein – er hat gar nicht gemerkt, wie nahe er mit seinem Hupen an einem Eklat vorbeigeschrammt ist. Die Stimmung wird wieder friedlich, die Unterhaltungen schwenken wieder um zum Banalen und Tragischen, wo man sich gerne wiederfindet, in diesem vom Alkohol abgesonderten Dunst aus Rührseligkeit, Anteilnahme, aus verhaltenem Mitleid, selbst aus wiederkehrend aufbrechender Intimität: Ja, das war scheiße, dass Jürgens Frau vor Jahren an dieser seltenen Lungenkrankheit starb – ja, das war schlecht, dass Martin vor über 80 Jahren mit einem verkrüppelten Arm geboren wurde – nein, das war damals nicht einfach, als Helga am Strand von Aruba saß, daneben saß ihr Ehemann, der nie wieder aufstand.

Die Africa Bar, ihr Flair und ihr Ambiente entledigen Schicksale ihrer Schrecken, sie werden gelassen normalisiert, sie werden schulterzuckend in den Lauf der Dinge eingeordnet, aus der Erfahrung heraus, dass man ihm ohnehin nicht entrinnen kann. Unvollkommenheiten finden hier kaum Beachtung, das Alter konveniert, auch wenn direkt vor den Augen die Jugendlichkeit brilliert, mit Gelenkigkeit, mit spontaner Lebenslust, mit straffer Haut – häufig allerdings auch mit schlaffer. Die menschlichen Süchte und Sehnsüchte werden hier ebenso elementar wie die Sonne, wie das Meer und wie der Wind auf Fuerteventura, der einem oft hart ins Gesicht schlägt. Die Africa Bar selektiert nicht, sie mokiert sich über niemanden, sie erscheint klassenlos, vielleicht nicht aus der Perspektive statusbewusster Hochbürger, doch in landläufigem Sinne, also im Empfinden der großen Mehrheit.

Nicht nur Menschen, auch Tiere zählen zu den Kunden der Africa Bar: Es sind die Katzen des Hotels, sie schauen gelegentlich in der Bar vorbei, sie spazieren gelassen und souverän an den weißen Kunststoffstühlen entlang, um nach ihren Lieblingsmenschen Ausschau zu halten, die sie füttern und in deren Zimmern sie sogar übernachten dürfen. Sollen sie… die Kluft zwischen Tierfreunden und Tierfeinden ist, das zeigt die Lebenserfahrung, unüberbrückbar – der Leser wird selbst wissen, welcher Gruppe er sich eher oder definitiv angehörig fühlt. Zu den Tierfreunden par excellence gehört zweifellos Angelika, eine sanfte, nicht gerade große, dafür großmütige Frau aus Norddeutschland, mit Bubikopf-Frisur, sie weilte schon ungezählte Male im Monica Beach, sie ist die heimliche Katzenmutter des Hotels, sie ist die Concierge der Hotelmiezen auf vier leisen Pfoten und eine alte Bekannte von Ralf, der allerdings zu Angelikas fast bedingungsloser Tierliebe höfliche Distanz hält. Angelika verkörpert den Stammgast, natürlich auch den der Africa Bar, in seiner ganzen, wenn nicht typischen, so doch bemerkenswerten Konsequenz – sie gehört zum Inventar, das Monica Beach ist ihre zweite Heimat, Angelika flüchtet vor der lieblosen Welt, vor der Kälte im Norden in dieses Hotel, in die Wärme und zu ihren geliebten Katzen.

Wieder einmal hat es Angelika nach Fuerteventura gezogen. Zu groß war die Sehnsucht nach der Wüsteninsel, nach Sonne, nach Meer, weg vom grauen zum blauen Himmel – zu drängend war die Sorge um das Wohlergehen der Hotel-Katzen. Nun steht sie mit einem „Lumi“, also mit einem Lumumba vor sich an der Africa Bar, sie berichtet gerade höchstaktuell und nicht ohne Stolz davon, wieviel Katzenfutter sie in ihrem Koffer wieder einmal mitgeschleppt hat – als sie registrieren muss, dass Ralf nicht richtig zuhört, dass ihn offenbar etwas Schwerwiegendes bedrückt. Es geht, wie sollte es anders sein, um die Sackkarre, das heißt um die Luftreifen derselben. Angelika hat eigentlich für alle Belange des Monica Beach Hotels ein mehr als offenes Ohr – in diesem Fall allerdings lauscht sie nur mit mühsam vorgeschützten Interesse Ralfs Ausführungen. Ralf hat neue Reifen für die Karre bekommen, von einem deutschen Gast, der sie ihm nach einem gewissen Hin und Her schließlich zugeschickt hatte – da stellte sich etwas Schreckliches, etwas Unfassbares heraus: Es waren die falschen Reifen, zwar das richtige Maß, aber die ganz falschen Reifen, nämlich Treckerreifen, Treckerreifen für einen Aufsitz-Rasenmäher, der auf einer wasserknappen Wüsteninsel wie Fuerteventura so gut wie gar nicht vorkommt. Von wegen deutsche Gründlichkeit, von wegen deutsche Verlässlichkeit – solche Fehler dürfen nicht passieren, sie sind unentschuldbar.

Es wird für Angelika nicht leicht, Ralf wieder aufzubauen – vordergründig lässt er nichts anmerken, aber wer ihn kennt, der weiß, wie ihm solche kleinen Katastrophen zu schaffen machen und wie hartnäckig die Enttäuschung über die Menschen an ihm nagt. Zu Hilfe kommen Angelika ihre mütterlichen Instinkte, von denen sonst die Katzen profitieren: Sie redet sanft und begütigend auf Ralf ein, sie schmeichelt ihm unauffällig, indem sie wie nebenbei seine Tatkraft herausstellt, seine natürliche Fähigkeit, Hindernisse zu überwinden. An unpassenden Treckerreifen für eine Sackkarre wird doch ein Macher wie Ralf nicht verzweifeln, nein, nicht er – es gibt immer Mittel und Wege, Kompromisslösungen, überraschende Einfälle, also Kopf hoch. Ralf steht in leicht gebeugter Haltung da, seine Schritte sind schwerfällig geworden, er agiert lustlos, als er für zwei plappernde dicke Damen Prosecco in die Gläser plörrt… aber schließlich lebt der Barmann angesichts des Zuspruchs von Angelika langsam wieder auf, er grinst den nächsten Kunden sogar schon wieder an – gleich wird er den ersten witzigen Spruch machen, man spürt es förmlich. Da, es ist passiert, Gelächter schallt durch die Africa Bar, Angelika fällt ein Stein vom Herzen, und sie findet endlich Gelegenheit, zur Toilette zu gehen.

Zum Atlantik hin schließt sich an die Africa Bar unmittelbar eine große Terrasse an, sie ist organischer Bestandteil der Bar, und seitlich versetzt eine Toilette, um Bedürfnissen der Gäste direkt vor Ort Rechnung zu tragen, was dieser Toilette einen hervorgehobenen Rang verleiht und weshalb ihr trotz der schwelenden Sackkarren-Krise mehr Aufmerksamkeit zukommen muss als einer solchen Örtlichkeit für gewöhnlich. Die Toilette der Bar Africa ist ein Unikum, ein kleines, auch reetgedecktes Betonhäuschen in einigem Abstand zur Bar, eigentlich bloß ein Kabuff, schlicht grau, nichtssagend, mit zwei weißen Kunststofftüren – es bedarf ungefähr 15 bis 20 Schritte, um die Toilette zu erreichen, und um sie zu öffnen – man merke – eines Schlüssels, der hinten an einem besonderen Platz auf dem Tresen liegt. Der Schlüssel mit dem Männchen-Anhänger ist für die Männer bestimmt, natürlich, und der Schlüssel mit dem Mädchen-Anhänger… ja, richtig geraten, für die Frauen, es liegen da also zwei Schlüssel – eine Tatsache, die regelmäßig Irrtümer, genauer gesagt Fehlhandlungen nach sich zieht: Fahrige Gäste, im übrigen beiderlei Geschlechts, greifen in der Eile zum falschen Schlüssel, sie erkennen frustriert, dass sich die Tür nicht aufschließen lässt, sie wagen aber nicht, auf das für das andere Geschlecht vorgesehene Örtchen zu gehen, weil man ja beobachtet werden könnte, sie sehen sich deshalb gezwungen, zur Bar zurückzukehren, und sie müssen dringend müssend von dort aus mit dem passenden Schlüssel einen neuen Anlauf nehmen, um sich endlich Erleichterung zu verschaffen. Der Verdacht, beobachtet zu werden, erweist sich zumeist als begründet – ein gescheiterter Toilettengang pflegt immer wieder Heiterkeit auszulösen, dann kommt leises Gelächter auf, ein mitfühlendes, denn dieser Fehler ist fast jedem schon unterlaufen, ein Anfänger-Fehler, ein Fauxpas, den Stammgäste der Africa Bar mit amüsierter Gelassenheit quittieren.

Die wenigen Schritte zum luftigen Außenklo führen leicht abwärts, zum Strand hin, der sich unten kilometerlang erstreckt. Der kurze Weg zu dieser Toilette eröffnet den Blick auf das Meer vollends, die breite Bucht der Costa Calma liegt vor einem, die Resorts, die Palmen, die bunten Tupfen der Bougainvillen, der Hibiskusse und Oleander, die Weite, der azurblaue Himmel. So nimmt es nicht wunder, dass gerade der erfahrene Gast mit dem Sinn für die heimlichen Highlights der Africa Bar diesen Ort, der viel mehr als ein Abort ist, bevorzugt aufsucht – dort verrichtet er nicht seine Notdurft, dort vollzieht er ein Ritual. Nur ein bedenkliches Gerücht hält sich hartnäckig: Man munkelt, dass die meisten Männer die Außentoilette der Africa Bar rücksichtslos missbrauchen, dass sie nämlich, salopp gesagt, statt in das dafür prädestinierte Klo ins vorgelagerte Waschbecken pinkeln, um ihr Geschäft schneller, vor allem unproblematischer zum Abschluss zu bringen – doch wie jeder weiß erzählen die Menschen viel, wenn der Tag lang ist, und mit derlei nebensächlichen Gehässigkeiten kann man den internationalen Ruf der Bar Africa nicht beschädigen.

Für Ralf hat diese Toilette längst ihren Reiz verloren, weil sich bekanntlich jegliche Schönheit in der Alltäglichkeit verschleißt. Kurz nach dem Vorfall mit der Sackkarre, das heißt nach Detlefs unbedachter Hup-Aktion, muss auch Ralf einmal zur Toilette, er nimmt sich zielsicher den Schlüssel mit dem Männchen-Anhänger und verschwindet für wenige Minuten in dem Kabäuschen. Das menschliche Bedürfnis hat ihn zu früh ereilt, noch hängt die Sackkarre in den Köpfen der Gäste, man nimmt die Gelegenheit wahr, sich verschwörerisch über sie auszutauschen, persönliche Einschätzungen werden abgegeben:
„Der mit seiner Sackkarre!“, sagt einer. Er erntet für seine abfällige Bemerkung kritische Seitenblicke und verstummt.
„Das ist seine eigene – die hat er gekauft.“
Selbst der sehr dicke Pensionär mit dem sehr hässlichen T-Shirt muss seinen Senf dazugeben:
„Spanier… nicht mal Sackkarren haben die!“
Die Meinungen gehen auseinander: „Vielleicht wollte Ralf einfach seine eigene Sackkarre haben, nur so… der ist manchmal wie ein Kind.“
„Aber er schenkt gut ein.“
„Und er hat alles im Griff.“
„Auch seine Sackkarre.“
„Sag ich doch.“
„Achtung, er kommt zurück!“

Ralf ist wieder da. Einige Gäste warten schon auf ihre Getränke, er macht sich an die Arbeit, er schenkt ein, aber fühlt, dass etwas nicht stimmt – er wird genauer als sonst beobachtet, Angelika schaut zu ostentativ aufs Meer, das macht sie sonst nicht, Irmgard, die gewöhnlich alle niederredet, sinniert still über ihrem Tequila-Sunrise, in Grappa-Peters Blick liegt Bedauern, aber wen bedauert er? Sein feines Radar meldet Ralf, dass es um ihn geht, er hat auch eine Ahnung, einen Verdacht, der sich im nächsten Moment bestätigt.
Angelika fragt scheinbar harmlos: „Was soll denn nun werden aus deiner Sackkarre?“
„Wieso?“ Ralf ist alarmiert.
„Na, ick meen nur… du hängst doch so an dem blöden Ding.“
„Wer sagt das?“
„Ich.“
„Ach so… na dann.“ Wie gut, dass es etwas zu tun gibt, Ralf stürzt sich auf einen Sex-on-the-beach und zwei Cola-Rum, er wischt hektisch die Zapfhähne ab, den Tresen, er holt neues Eis, obwohl der Kübel noch halb voll ist… er hängt also an seiner Sackkarre? Das hat ihm noch keiner gesagt, noch keiner. Angelika sollte sich lieber um ihre Katzen kümmern, die alles vollscheißen, und nur um die. Er hängt nicht an seiner Sackkarre, an einer Sackkarre kann man gar nicht hängen, er ist doch kein Kind mehr. Eine Sackkarre hübsch zu dekorieren, ist das Harmloseste von der Welt – wer auf solche Kinkerlitzchen seine Lumumba-Küchenpsychologie anwenden will, der sollte erstmal seine Leberwerte feststellen lassen.

Aber dann beruhigt sich Ralf wieder – er wird sich keine Blößen geben, er hat hier seine Pflichten zu erfüllen, der Gast ist König. Außerdem kann man Angelika nicht böse sein, sie hat ein so herzensgutes Wesen, ihre Gedanken sind rein wie ein frisch gewaschenes Oberhemd, sie meint es immer nur gut. Er wird ihr alles erklären, wenn es ruhiger geworden ist.
„Die Musikanlage gehört übrigens mir“, erklärt Ralf etwas später vielsagend.
„Wees ick.“ Angelika will sich eine Zigarette anstecken, aber sie hat Schwierigkeiten. „Der Wind nervt heute.“
„Ohne mich gibt es keine Musik in der Africa Bar!“
„Feiner Zug von dir, ehrlich.“
„Und ohne meine eigene Sackkarre wäre es viel schwerer, alle die Sachen hoch und runter zu bringen, den Schnaps und so.“
„Na klar.“
„Neulich hat mich die Polizei angehalten – ich hatte die Boxen und die Sackkarre im Auto. Die dachten, ich wäre auf Raub aus.“
„Oha.“ Angelika ist beeindruckt. „Und?“
„Nichts.“
„Aha… aber sag mal, du hast doch eine dicke Kette an der Karre, kannst du sie über Nacht nicht einfach irgendwo im Hotel anketten?“
„Zu gefährlich – mir ist schon mal eine geklaut worden.“
„Wer klaut denn eine Sackkarre? Ist doch total bescheuert… du, weißt du was?“
„Nee“, antwortet Ralf wahrheitsgemäß.
„Schmeiß das Ding einfach in den Ozean.“

Ralf ist den kurzen Weg an die Westküste von Fuerteventura hinübergefahren, es sind nur wenige Kilometer. Hier kommt vor Amerika außer Wasser nichts mehr, hier schlägt die Brandung donnernd und mit voller Wucht gegen die Felsen, hier bauen sich die Wellen meterhoch auf, hier zeigen die Naturgewalten gleichmütig ihre gewaltige Macht, die den Menschen unendlich klein hinterlässt, als Marginalie im Weltenlauf. Die Sonne sinkt, sie wird bald den Horizont berühren, sie wird den Himmel mit wilden Farben überschütten – fast jeden Abend großes Kino, ganz umsonst, nur ohne Happy End, stattdessen kommt die Nacht.

Ralf hat das Auto vor der Steilküste geparkt, an der abgelegenen Stelle, die er schon lange kennt und wo es tief hinabgeht. Er sitzt auf der Motorhaube, einen Fuß auf die Stoßstange gestützt, vor ihm, direkt vor dem Abgrund, steht die Sackkarrre, er braucht ihr nur einen Schubs zu geben, dann stürzt sie auf Nimmerwiedersehen hinab – nicht einmal der Aufschlag wird hier oben zu hören sein, die See wird sie einfach verschlucken. Er wollte über so vieles nachdenken, doch er denkt an nichts, nicht an die Sackkarre, nicht an Privates, nicht an die Zukunft, er starrt nur aufs Meer.

Die Micky-Maus ist gut drauf wie immer, sie ist unschuldig, ein unschuldiges Massenprodukt, das Gummi-Männchen, das zu seinen besten Freunden zählt. Er schnippt mit dem Finger gegen die Micky Maus, sie baumelt fröhlich hin und her, für einen Moment noch stärker als im Seewind. Ralf drückt auf die Gummihupe, das helle Signal verweht achtlos in der Einsamkeit, er drückt das luftgefüllte Gummibällchen noch einmal kräftig zusammen und schaut sich um – niemand da, es ist keiner da, der auf das Signal reagieren könnte. Ohne Last wiegt eine Sackkarre nicht sehr viel, er hält sie mit beiden Händen hoch, sie schwebt über dem Abgrund, er braucht sie nur loszulassen. Die Entscheidung ist gefallen, Ralf lacht, er lacht, er lacht etwas lauter, er wischt sich unwillkürlich mit der flachen Hand über die Augen.

Vielleicht wird er heute Abend einen Whisky trinken, oder sogar zwei… doch dieser Traum von vor ein paar Tagen geht Ralf nicht aus den Kopf, ein verrückter Traum, der ihn mitten in der Nacht hochschrecken ließ – er hat Angelika nichts von diesem Alptraum erzählt: Als er mit seinem roten Golf zur Arbeit kam, als er ausstieg, da sah er plötzlich seinen Kollegen Amadeo, der den Chefkoch mit der schwarzen Kochmütze auf einer Sackkarre stehend über den Zebrastreifen zum Speisesaal fuhr – der alte Mann schob gerade den Rollstuhl, in dem nicht wie gewohnt seine Frau saß, sondern der mit Getränkekartons beladen war – der Rezeptionist kam ihm mit einem großen Kinderwagen entgegengefahren, und darin erkannte Ralf zu seinem Entsetzen den Hoteldirektor, seine Arme und Beine hingen aus dem Kinderwagen heraus, er hatte einen Schnuller im Mund, er winkte Ralf aufmunternd zu – Ralf irrte durch das Hotelgelände bis zum Swimmingpool, alle Liegen waren weg, dafür überall blau-weiße Sackkarren, auf ihnen lagen oder saßen Frauen im Bikini, sie rieben sich mit Sonnencreme ein und waren guter Dinge, Väter schoben ihre Kinder auf Sackkarren zum Planschbecken, die Kellner fuhren mit Sackkarren durch die Gegend, die Putzfrauen hatten ihre Wagen gegen Sackkarren getauscht, auf denen sich Berge von Schmutzwäsche türmten – Ralf taumelte hinab Richtung Africa Bar, er sah schon das Reetdach, er fühlte den Angstschweiß auf der Stirn – da brach der Traum unvermittelt ab, er war zu Ende.

Seine Stimmung hebt sich wieder. Die Rückfahrt in der Dämmerung, die schon in Dunkelheit übergeht, verläuft überraschend angenehm. Träume sind Schäume, das Gehirn wird manchmal zu einer Hexenküche, die Ungenießbares produziert, man darf sich von Schauergeschichten aus dem unzugänglichen Labyrinth des menschlichen Wesens nicht ins Bockshorn jagen lassen – abhaken, vergessen, fertig.

Ralf blickt nachdenklich auf die Uhr im Amaturenbrett. „Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?“ Mit diesem Spruch stimmt der rosarote Panther die Gäste der Africa Bar auf den kurz bevorstehenden Feierabend ein – aber wer hat die vielen, die ungezählten Kalenderblätter abgerissen? Wo sind die Wochen, die Monate geblieben, wie sind die Jahre bloß so schnell verronnen? Die Zeit ist eine alte Vettel, die ständig hinter den Gardinen des Alltags lauert, sie schläft nie, sie setzt einem ununterbrochen zu, sukzessive und schleichend – bevor man sich versieht, hat sie einen anderen Menschen aus einem gemacht, hat Furchen in die Haut gegraben, hat die Schritte verlangsamt, hat die Sicht auf das Leben verändert. Doch man darf sich von der Zeit, von dieser alten Vettel, nicht unterkriegen lassen, man muss mit ihr gehen, man soll sich ihrem Trott nicht gewaltsam entgegenstemmen. Die Zeit erzeugt immer neue Perspektiven, unabhängig davon, ob die alten wahr wurden, das weiß Ralf. Trotzdem, er mag den rosaroten Panther – und er mag Micky Maus, einen alten Freund von früher, den er nicht im Stich lassen würde, niemals. Im Meer wäre Micky Maus unwiederbringlich verloren gewesen. Seine rechte Hand bewegt sich nach hinten, zur Rückbank hin, sie tastet umher, sie sucht etwas – dann hat sie es endlich gefunden: Ralf hupt, welch ein wunderbar quäkender Klang.

– aufgeschrieben im Mai 2012

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5 Gedanken zu “Sackkarren säumen seine Spur – eine Annäherung”

  1. Africa-Ralf sagte:

    Das ist Spitze!!!

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  2. Zum Privaten kann ich leider nichts beitragen, aber die Geschichte habe ich von der ersten bis zur letzten Zeile mit großem Vergnügen gelesen. Leider werde ich Ralf nie kennenlernen, nicht von diesen interessanten Menschen ein Bier erhalten, denn ich werde nie ein gelbes Armbändchen tragen.
    Trotzdem werde ich im Januar die Sackkarre besichtigen, mich von der Exklusivität der Afrika-Bar überzeugen – jedoch nur als neugieriger Außenstehender.
    Es macht Spaß Deine Zeilen zu lesen; sie laden ein sich genauer die Mitmenschen zu betrachten.
    Eines eint uns: Sitzen auf dem schwarzen Fels und stundenlang dem unruhigen Meer zuzuschauen und seinen Gedanken die Freiheit, die sie benötigen, zu lassen.
    Alles Gute für Dich
    Gerd

    Gefällt 1 Person

  3. Also um eine Sackkarre so eine Milieustudie zu ranken nähert sich schon dessen, was wir viel zu häufig Kunst nennen.

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  4. Barde sagte:

    Jeder braucht mal so eine Africa Bar.

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  5. Baumeister sagte:

    Starkes „Urlaubs“-Feature !

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