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DONALD TRUMP:

TRIUMPHALISMUS DES TRAMPELTIERS

Sich auch nur für Donald Trump zu interessieren, ist peinlich. Das wissen die auf Amerika konditionierten Pawlow-Presstitutes in den deutschen Redaktionen. Sie sind trotzdem dazu verdonnert, ihren Lesern den Kotzbrocken irgendwie als möglichen US-Präsidenten zu verkaufen, doch selbst ihnen will es nicht gelingen, die Abscheu vor diesem Mann zu verbergen. Donald Trump gegen Hillary Clinton – der Berserker gegen die Giftmischerin, Miss Piggy gegen Fozzie Bear, der vor Publikum immerzu grottenschlechte Witze erzählt, die keiner hören will. Die Schlammschlacht im typischen Format einer Polit-Telenovela geht weiter, sie könnte Höhepunkten entgegen treiben, die Journalisten mit Restanstand endgültig sprachlos macht. Wie frustrierend muss es schon sein, einen Wahlkampf journalistisch zu begleiten, der keiner ist, und wie qualvoll erst, einen Weltherrscher kommen zu sehen, der wie eine Wildsau durch die schlichten Gefilde der amerikanischen Gemüter tobt.

Trump geht gar nicht, bloß er geht nicht weg. Georg Diez, ein transatlantischer Kandelaber des SPIEGEL, versucht sich in seiner Hilflosigkeit darin, Donald Trump eine besondere Art von „autoritärer Dynamik“ anzudichten, die er ebenfalls bei der AfD zu verorten glaubt – Autorität, Stärke und Rücksichtslosigkeit als Sehnsucht des Bürgertums in Deutschland und als Rettungsring für die versinkende Mittelschicht in den USA. Der Denkfehler, bzw. das Wunschdenken von Georg Diez liegt darin, dass die amerikanische Gesellschaft traditionell und damit in ihrer Tiefenstruktur bereits durch einen Autoritarismus geprägt ist, der von Trump nur noch rhetorisch auf die Spitze getrieben werden kann. Der Kandidat bietet seine brachiale Weltsicht zwar großmäulig, aber letzten Endes auch wie Sauerbier an, weil sie bei vielen Amerikanern unerwünschte Selbstbezichtigungen auslöst. Und das sind keine guten Gefühle.

Roland Nelles, auch ein strammer Transatlantiker vor dem Herren beim SPIEGEL, bringt das amerikanische Aufbegehren gegen den Milliardär unerwartet, doch ziemlich treffend auf den Punkt, indem er den Begriff „Trumpismus“ anbietet, der als Triumphalismus des Trampeltiers gedeutet werden kann. Donald Trump gleicht einem fliegenden Bumerang, der nach seiner Kehrtwendung in der Luft nun auf die Werfer im Hintergrund einzuschlagen droht. Der Mann könnte auch wegen seiner fehlenden Weisheit zu einer Gefahr für die Fassade der Weltmacht werden. Im Vergleich zu Trump verkörpert Barack Obama den Gentleman, den eiskalten, aber dabei freundlich locker auftretenden Chef der Vereinigten Staaten – zwischen dem demokratischen Präsidenten und dem republikanischen Kandidaten liegen unterschiedliche Lebenserfahrungen: Obama denkt nicht in den Kategorien eines Geschäftsmannes, er hat keine Händlermentalität, er ist innerhalb sehr enger Grenzen noch selbst entscheidungsfähig, und niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die Welt ohne diesen amerikanischen Präsidenten heute nicht noch kriegerischer wäre als sie es schon ist. Mit Trump jedoch könnten auch die letzten Dämme brechen – wenn er wirklich Präsident werden sollte, dann stünden die Berater in Washington vor dem Riesenproblem, einen nassforschen Populisten mit Krämerseele über mehrere Jahre disziplinieren zu müssen, ohne dass die Öffentlichkeit Wind davon bekäme, eine praktisch unlösbare Aufgabe.

Donald Trump wäre kein echter Präsident, sondern nur ein Strohmann, dazu noch mit Stroh im Kopf – er ist der rasende Butterscotch-Mane-Maniac (der Sahnebonbon-Mähnen-Macho), er verkörpert perfekt die Widerlegung jeglichen zivilisatorischen Niveaus – man kann sich aussuchen, was er widerlegt: Kultur, Geschmack, Lebensart, Toleranz, Großmut, Bildung, Wissen… Trump widerlegt das alles, locker, schmissig, gern auch mit Geschrei – damit würde er zum passenden Aushängeschild einer katastrophalen Welt. Zynisch formuliert hätte der Westen den Führer bekommen, den er gegen Ende seines Irrweges verdient. Das wird umso deutlicher, wenn man sich ausnahmsweise einmal die Lebensumstände von Donald Trump anschaut – das mag zwar boulevardesk und auch etwas voyeuristisch erscheinen, doch hier heiligt der Zweck die Mittel. Schließlich will man wissen, mit wem man es tun hat.

Wer als Europäer in die amerikanische Society eintaucht, der braucht starke Nerven, denn die Einblicke sind furchterregend bis monströs – diese Behauptungen gelten selbst noch unter der Voraussetzung, dass niemand von Neid frei ist, selbstverständlich auch ich nicht. Einer der Hauptwohnsitze von Donald Trump liegt im mondänen Palm Beach, Florida, es ist die „Mar-A-Lago“ Mansion, ein 10-Hektar-Anwesen am Strand mit 110 Zimmern. Weil 110 Zimmer wohl selbst für Donald Trump zu viele waren, hat er den Gebäudekomplex teilweise in einen Club umfunktioniert, zu dem unter Bedingungen Einlass gewährt wird, die mir leider nicht bekannt sind. Man kann, wenn man es denn kann, dort auch Golf spielen, gegen eine schlappe Eintrittsgebühr von einer Viertelmillion Dollar.

Trump regiert sein privates Reich wie ein König – sein ehemaliger, fast 80 Jahre alter Butler sprach in einem Interview immer nur von dem „King“, der das vielköpfige Hausgesinde schon in Panik zu versetzen pflegte, sobald es von seinem baldigen Nahen erfuhr. Hier auch die Erklärung des Butlers zu den Baseball-Caps von Trump: Die weiße Cap signalisiert einen gut gelaunten König, die rote bedeutet Ärger, und der König soll häufig die rote Cap getragen haben. Offenbar zelebriert König Donald regelrecht eine Art Hofstaat, mit protzigen Events und Versammlungen – ich habe dem Text eine Reihe von Fotos beigefügt, so dass sich jeder selbst einen kleinen Eindruck verschaffen kann, auch darüber, ob die Welt wirklich einen solchen amerikanischen Präsidenten braucht.

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Post mortem:
Vom Autor Hans-Wilhelm Precht im März 2016 verfasst.
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