Wir wollen es am späten Abend machen, wenn die Träume zwischen den Wänden um sich schlagen, wenn sie einbrechen in die Kabuffs zwischen den Ohren, wenn sie in den Innenwelten zwischen die Paravents mit den Fototapeten schleichen, tünchen, eilig retuschieren – dann haben wir Ruhe, dann, draußen vor dem Geheul der Illuminationen, lähmen wir die knallenden Peitschenlampen und sehen, wir knicken die Lichtstrahlen vor den Kinos, verschleudern die Displays, zürnen den Leuchtreklamen, bis sie ersterben, bis sich Millionen Glühbirnen aus den Gewinden schrauben und sich die Neonröhren ausfließen – dann sehen wir, wollen die Dunkelheit gewinnen, die Totalität der Schwärze. Wisset, ihr eklektisch funzelnden Lichtgestalten, die ihr aus den Koital-Steckdosen herausgezuckt seid und die ihr ungeerdet im Wechselstrom eurer elektrisierten Sehnsüchte Existenz halluziniert – wisset, dass ihr nur sehen könnt, wenn die Blicke nur noch suchen – wisset, ihr schwachbrüstigen Elektromagneten voller Hirngespinste, Heulanfälle und Hämorrhoiden, wisset dass ihr erst erkennt, wenn euch nichts mehr vor dem Nichts im Augenweg steht, kein Oszillieren, keine magmatischen Protuberanzen, kein Abglanz vor dem Horizont, wenn keine angeknipsten Halos mehr um eure Kakerlaken-Kosmen wabern. Erst wenn sich im tiefsten Dunkel des göttlichen Schattens die Welle mit dem Korpuskel vereint – erst dann wird euch ein Licht aufgehen.

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