Hani’ah ließ ihr Leben am neunten Maitag des Jahres 2011
Ein Frühlingstag voller Duft nach Hibiskusblüten
der Wind hatte ihn aus den Bergen in die Wüste geweht
Hani’ah war zehn Jahre alt
Sie wusste wo die Minen unter dem Sand auf sie warteten
auf ihre Füße und auf ihre dünnen Beine
Hani’ah trat nie auf eine Mine
Ihre Mutter hatte sie über aufgeblähte Leiber hinweg
hinausgetragen vorbei an einem Gesicht
in dem einmal ihr Vater wohnte, es war noch zu erkennen
Hani’ah konnte wieder hören nach der Detonation
das Rattern der Maschinengewehre, das Zirpen der Grillen
Hani’ah lachte in die Sonne
Sie hüpfte über Steine, leichtfüßig, sie tanzte, hier gab es
keine Minen, sie wollte Tamariskenzweige sammeln für
ihre Mutter als der Tod kam, von oben, von irgendwoher

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