Du kannst ins Auge gehen, es durchmessen
Hinter dem Sehnerv gelangst du an die Ufer
der Hirnströme, du gleitest hinein, lässt dich treiben
Unter einem Blitzgewitter von Milliarden Synapsen
dringst du tiefer, du kommst dir gefährlich nahe
doch dann verlierst du dich in deiner Weite
Schockierend groß der Raum, den du einnimmst
Wie endlos groß sind deine Erstreckungen, bleib
bei dir, ganz dicht, klammere dich fest, irgendwie
findest du Halt im Gangliengewirr, irgendwann
verhakst du dich in deinen zerebralen Zuckungen
Du fühlst die Neurotransmitter an dir vorbeihuschen
Du atmest auf, Spannungsabfall, langsam Rückkehr
zum Sehnerv, in der Augenhöhle siehst du vorne
das Tageslicht, endlich kommst du wieder zu dir

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