Der Streit um die Abfälle der Rechtschreibreform ist nicht beigelegt – nein, hinter den Kulissen spitzt er sich sogar noch zu. Die Bundesregierung hat sich für nicht zuständig erklärt und schiebt die Verantwortlichkeit dem Institut für Deutsche Sprache zu, das darauf mit heller Empörung reagierte.

In dieser Situation sind unkonventionelle Lösungsvorschläge gefragt. Dazu ein aktuelles Interview des Ökomagazins „Spuckreiz“ mit Prof. Karl Anita Drüsenbock, Präsident der Cottbusser Interessenverwandtschaft für den Anschluss der Rechtschreibfäkalien an das öffentliche Kanalnetz:

SPUCKREIZ: „Herr Drüsenberg, was…“

DRÜSENBOCK: „Drüsenbock – haben Sie mich verstanden, Sie Ömmel? Drüsenbock, nicht Drüsenberg. Ich bin der Präsident der…“

SPUCKREIZ: „Genau. Fallen Sie nicht mit ihren Aktivitäten dem Abwasserdreckversand in den Rücken? Die Stinklaberei im kompromittierbaren Geschenkkarton ist schließlich eine Sause für sich.“

DRÜSENBOCK: „Eine Sause? Eine Sauerei ist das! Wir wollen den Sprachmotz modular kanalisieren und nicht von Faselfriktionen profitieren, die letztendlich Mutters Boden vertoxxen.“

SPUCKREIZ: „Verstehe – also die Pronomenflut biologisch verbrausen und die toxikanischen Adjektive im Klärwerk vorbökeln?“

DRÜSENBOCK: „Wo schwenken Sie hin? Da könnten wir gleich ins Stinklaber-Business einsteigen und vorgebökelte Substantivmelasse zum Krampfpreis verjubeln – ja, ja, das hättet ihr wohl gern, ihr nasegreisen Öko-Okkultisten. Aber nicht mit uns! Ich bin der Präsident der…“

SPUCKREIZ: „Ich weiß, ich weiß, Herr Dröselbock – aber wie stehen die Behörden zur Einspeisung ungebökelter Wortschwälle bei rhetorischem Inversionsflattermagen?“

DRÜSENBOCK: „Zum letzten Mal: Mein Name ist Drüsenberg! Ich war diesterweg schon persönlich beim Bökelintendenten terminlich vorsprachlich: Der Inversionsflattermagen gehört zu den semantischen Menscheitsplagen und ist nur unter Einsatz strategischer Luftwaffeln bökelbar – wenn und dann sowohl überhaupt nicht. Das sollte sich auch schon bei ihnen herumgerochen haben.“

SPUCKREIZ: „Natürlich – ich danke Ihnen.“

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