So sind sie, die Alten: gütig, geistig voll auf der Höhe, mit einem Bonbon in der Hand, nach dem der Wonneproppen von Enkel hechelt. Fernseh-Großväter, wie entfesselt tollen sie mit oder ohne Omma über Almwiesen, besoffen vor Glückseligkeit stapfen sie kniefrei durch die Toskana, mit ihren knallweißen Keramikzähnen zerknuspern sie telegen Salatblätter in linksdrehendem Schleimdressing, sie zeralbern den Tod zur Schimäre – sie frohlocken, dass die Schwarte kracht.

Schon wieder steht so ein Opa vor der Ampel, Mercedes-Schieber par excellence: E-Klasse, vorzugsweise silbermetallic, auch schon mal travertinbeige: Rentnergold. Die Ampel wurde neulich grün, doch er muss erst noch das Suspensorium zurechtrücken, bevor er aus Versehen in den Dritten schaltet. Abgewürgt, der Hintermann schreit los, Opa schreit zurück, läuft rot an, doch er überlebt und bringt es fertig, seinen ganzen Stolz auf vier Rädern in Bewegung zu setzen: In deutlich weniger als fünf Minuten wird er ihn auf 45 km/h beschleunigt haben – seine Marschgeschwindigkeit, mit der er unaufhaltsam den Supermarkt ansteuert, wo er sich eine Tüte Rasierwasser kaufen will.

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